Saison 2025/26
Heidelberg Kreisliga, 29. Spieltag

Vorbericht zum 29. Spieltag

Samstag 23.05.2026, 15:00 Uhr
ASC Neuenheim II - VfB Rauenberg 0:7 (0:5)

RNZ-Bericht

Rauenberg ist für die Relegation gerüstet

Nico Hillenbrand: "Wir wollen aufsteigen" – Amadou Berete zurück aus Afrika – Beim Gegner Treschklingen Spielertrainer verletzt

Von Wolfgang Brück

Heidelberg. Vor drei Wochen, als der VfB Leimen noch nicht ganz am Ziel war, gratulierte der Rauenberger Sportvorstand Christian Erhart dem Kreisliga-Rivalen vorzeitig zur Meisterschaft.

Jetzt gehen die Glückwünsche nach Rauenberg. "Das Rennen ist gelaufen", fürchten Medienchef Armin Rausch und Trainer Volkan Cetinkaya von der SG Dielheim. Sie ziehen sportlich fair den Hut: "Der VfB Rauenberg hat es verdient, in die Relegation zu gehen."

Es wäre ein Wunder, wenn die Jungs von Nico Hillenbrand den Vorsprung von zwei Punkten und eine um acht Tore bessere Tordifferenz verspielen würden. Rauenberg hat am Samstag mit Absteiger SpVgg Baiertal einen Gegner, der ebenso wenige Probleme bereiten sollte, wie am Samstag der ASC Neuenheim II. Der mutmaßliche Relegationsteilnehmer feierte auf dem Campus mit 7:0 ein Schützenfest. Die SG Dielheim machte ihre Hausaufgaben und gewann gegen den FC Rot, der sich am Mittwoch den Klassenerhalt gesichert hatte, souverän mit 4:1.

Mit hoher Wahrscheinlichkeit werden sich der VfB Rauenberg und der SV Treschklingen am Samstag, 6. Juni, im zweiten Halbfinalspiel ab 17 Uhr auf einem neutralen Platz gegenüber stehen.

Der Zweite der Kreisliga Sinsheim erreichte an Pfingstsamstag ein 1:1 gegen den bereits feststehenden Meister FC Zuzenhausen II und hat gegenüber dem TSV Kürnbach drei Punkte und die um elf Tore bessere Tordifferenz. Treschklingen muss zum Rangneunten SV Tiefenbach, Kürnbach hat beim Rangvierten Rohrbach die anspruchsvollere Aufgabe.

"Wir wissen wenig von Treschklingen, werden uns aber informieren", verspricht Nico Hillenbrand. Die Rhein-Neckar-Zeitung hilft gerne bei der Recherche. Beim SV Treschklingen hat sich Spielertrainer Leotrim Asllani, der gemeinsam mit seinem Bruder Lindor die Mannschaft betreut, einen Kreuzbandriss zugezogen. Der Ausfall des quirligen Mittelfeldspielers wiegt schwer.

Nico Hillenbrand, der 324 Drittliga- und Regionalliga-Spiele, die meisten davon für den FCA Walldorf, aber auch ein Bundesligaspiel für Borussia Dortmund (2007 gegen den VfL Wolfsburg) bestritt, ist noch hungrig. Er sagt: "Wir wollen aufsteigen und uns für eine starke Saison belohnen." Rechtzeitig kommt Amadou Berete aus dem Heimaturlaub in Afrika zurück. Ob er bereits in Baiertal dabei ist, wird Hillenbrand kurzfristig entscheiden. Sein Bruder Siaka Berete, mit 21 Saisontreffern hinter Eloy Alimadi aus Leimen zweitbester Schütze der Kreisliga, muss am Samstag arbeiten, wird aber in der Relegation spielen.

Beim mutmaßlichen Vizemeister wissen auch andere, wo das Tor steht. Moritz Höffner und Ricardo Hickel trafen in Neuenheim jeweils zweimal, auch Lars Hambrecht, Andrea Di Lorenzo und Abubacarr Jawara waren am Torreigen beteiligt. Der Absteiger war – mit nur einem Spieler auf der Bank– ersatzgeschwächt.

"In der Relegation stehen die Chancen 50:50", meint Hillenbrand. Für den Fall des Aufstiegs glaubt man sich gerüstet. Joshua Hillesheim beendet seine Karriere. Spektakuläre Neuzugänge sind nicht geplant. Der Trainer sagt: "Wir gehen weiter den Weg der Vernunft."

Für den VfB Rauenberg wäre es die zweite Teilnahme an der Landesliga-Relegation. Vor drei Jahren, noch vor der Amtszeit von Nico Hillenbrand und Manuel Kaufmann, schied man mit einer 0:3-Niederlage gegen Srbija Mannheim aus.

Daran ist die SG Dielheim gescheitert

Auf unter zehn Prozent schätzt Thomas Mahl die Chancen ein, den VfB Rauenberg noch zu überholen. "Ich kann mir nicht vorstellen, dass sich die Rauenberger das noch nehmen lassen", meint der Sportvorstand der SG Dielheim. Auch Manfred Winter, Grandseigneur der SG Dielheim, ab August 86, und fast ein halbes Jahrhundert als Stadionsprecher der Vorgänger von Thomas Mahl, glaubt nicht an ein Wunder. Baiertal, das seine 20. (!) Saison in der Kreisliga vermutlich auf dem letzten Platz beenden wird, war in der Rückrunde mehrfach Prügelknabe. Auch am Samstag beim 0:6 gegen Leimen waren die lange Jahre "Unabsteigbaren" chancenlos.

Der Meister, der am letzten Spieltag Gastgeber der SG Dielheim ist, hat offenbar noch Lust aufs Toreschießen, allen voran Goalgetter Alimadi, der mit vier Toren seine Trefferzahl auf 31 erhöhte.

Wenn man denn enttäuscht in Dielheim ist, so weiß man es zu verbergen. "Wir haben eine gute Saison gespielt", sagen Mahl und Rausch. Der Trainer stimmt zu. "Berücksichtigt man die Umstände, bin ich zufrieden", urteilt Volkan Cetinkaya. Zeitweise fehlten zehn Spieler. Leistungsträger wie Noel Baumgärtner, Morten Menges, David Baust oder Robbie Seeger fielen lange aus.

"Wir haben aus den Schlüsselspielen gegen die SpG Dilsberg I/Bammental II (2:2) und den Heidelberger SC (1:4) nur einen Punkt geholt. Deshalb haben wir im Dreikampf mit dem VfB Rauenberg und dem VfB Leimen den Kürzeren gezogen", meint Cetinkaya.

Auch im Vorjahr wurde Dielheim Dritter. Falls es einen Fußballgott gibt, sollten aller guten Dinge drei sein und im kommenden Jahr die Rückkehr in die Landesliga gelingen.

Die Aussichten sind nicht schlecht. Bis auf Menges wollen die Langzeitverletzten bis zum Start der Vorbereitung am 9. Juli wieder fit sein. Mit Philipp Öhler, Paul Steinherr und Sebastian Jitarasu aus Baiertal, dem torgefährlichen Mittelfeldspieler Noah McSkimming vom ASC Neuenheim II, Marvin Rosenberg vom A- Klassen-Klub TSV Rettigheim und Emre Ergün aus St. Leon kommen viel versprechende Neuzugänge. Maurizio Balicki wechselt in die Kreisklasse A zur SG Tairnbach. In seinem letzten Heimspiel für Dielheim verabschiedete er sich mit dem Tor zum 4:1 gegen den FC Rot.

Die Zuschauer wurden am vorletzten Spieltag verwöhnt. Es fielen 40 Tore in den sieben Spielen. Die meisten, nämlich acht, im Sportzentrum Süd. Im abwechslungsreichen Kirchheimer Derby machten erst die SGK und danach die Freien Turner einen Zwei-Tore-Rückstand wett.

Auch das kommende Spieljahr verspricht Spannung. Die SG Horrenberg empfiehlt sich als viertbeste Rückrunden-Mannschaft. Beim Landesliga-Rekord-Aufsteiger gibt es zahlreiche Änderungen. Sechs Abgänge stehen sieben Neuzugängen gegenüber. Wie Schriftführer Martin Keilbach der Rhein-Neckar-Zeitung mitteilt, verstärken Keanu Vigneron vom 1. FC Dilsberg, Philipp Selz und Philipp Kampp von der SG-SV Lobbach, Spartak Kirbabin und Janosch Payer von der SpVgg Baiertal, Noah Wagensommer von der SG Heidelberg-Kirchheim sowie Felix Mühlbeier vom FV Nußloch die SG Horrenberg. Den Verein verlassen werden Muharrem Iseni (zum VfB St. Leon), Canal Tural (zum VfB Wiesloch), Marco Klingmann (zum FC Östringen), sowie Torwart-Legende Marcel Mehl, André Piesch und Maximilian Ritz (zur SG Eschenbach). Peter Valencak bleibt Vorsitzender, Spielausschuss-Chef Christian Heid erhält Verstärkung durch Ertunc "Litti" Ergün. Für Dirk Oettinger, der Hauptkassier wird, übernimmt Michael Urbaschek das Amt des Zweiten Vorsitzenden.

Ein Panzer und mehrere Geheimnisse

Der Rohrbacher Trainer Sonay Albay glaubt, dass mit dem Eberbacher SC, der am Samstag den FC Frauenweiler mit 7:0 zerlegte, und dem Heidelberger SC, der beim 1. FC Mühlhausen nach 0:2-Rückstand 4:2 gewann, in der kommenden Runde zu rechnen sein wird. Über die Eberbacher Angreifer Steffen Kittel und Drago Balukcic sagt Albay: "Die rollen wie die Panzer an." Der Heidelberger SC, meint der Rohrbach-Coach, wäre schon längst Meister, gäbe es für die Studenten keine Semesterferien. Der Studentenverein wird sein drittes Kreisliga-Jahr nach den Rängen acht und sechs auf dem vierten Platz abschließen.

Prügelknaben wie die Absteiger Baiertal, Neuenheim II und Frauenweiler, die sage und schreibe zusammen 385 Gegentore kassierten, sind im nächsten Spieljahr nicht in Sicht. Mit den Aramäer Leimen sowie den traditionsreichen VfB Wiesloch und dem FC Germania Meckesheim-Mönchzell kehren namhafte Aufsteiger zurück.

Auch Mühlhausen II könnte nach dem Aufstieg der ersten Mannschaft in die Oberliga, eine gute Rolle spielen.

Auf dem Boxberg hält man sich bedeckt. Auf die Frage nach Zu- und Abgängen sagte Albay: "Das ist noch geheim." Einverstanden war der Trainer damit, seine Mannschaft für die nächste Runde als Geheimfavoriten einzustufen.

RNZ vom 26.05.2026, Seite 26

Spieltag und Tabelle anzeigen (klicken)

ASC Neuenheim II: Lars Simonis (TW), Leo Neßling, Amedi Camara, Fabio Jochmann, Alexander Eßig (82. Patrick Hannemann), Mustafa Özaltin, Florian Hermann, Christopher Roth, Leonce Mette, Bryan Faith, Sedat Yasar - Gabriel Willenshofer, Patrick Hannemann - Trainer: Danny Andemeskel

VfB Rauenberg: Lukas Müller (TW), Joshua Hillesheim, Riccardo Hickel (46. Oliver Muth), Moritz Höffner (46. Abubacarr Jawara), Tom Gieseler, Simon Pflanz, Andrea Di Lorenzo (C) (81. Paul Eric Poley), Tim Gauch, Jannis Antlitz (46. Nils Menges), Lars Hambrecht, Nico Fischer - Etienne Lozano Denkler (ETW), Oliver Muth Abubacarr Jawara Nils Menges Nando Molitor, Paul Eric Poley - Trainer: Nico Hillenbrand

Tore:

1 Karte für Neuenheim

Schiedsrichter: Hasan Aydin (VfK Diedesheim)