Saison 2025/26
Heidelberg Kreisliga
Vorbericht zum 29. SpieltagRNZ-Vorschau
Ligaerhalt und Aufstieg an einem Abend
Das denkwürdige Happy End beim FC Rot
Von Wolfgang Brück
Heidelberg. Heidelberg. "Ich bin erleichtert", atmetet Sportchef Achim Jung nach dem 2:1 (0:0)-Sieg seines FC Rot am Mittwochabend gegen die SG Horrenberg durch. Da der FC Frauenweiler einen Tag zuvor beim Heidelberger SC mit 3:4 verlor (die Rhein- Neckar-Zeitung berichtete) wuchs der Vorsprung auf die Abstiegsplätze auf sieben Punkte. Damit sicherten sich die Roter, die vor drei Jahren Meister waren, aber auf den Landesliga-Aufstieg verzichteten, eine weitere Saison, es ist die 16., in der Fußball-Kreisliga. Sportchef Jung, der die Mannschaft betreute, vergaß nicht seinen Bruder zu erwähnen: "Matthias hat mir die Jungs in einem topfitten Zustand übergeben."
Die Entscheidung fiel denn auch im letzten Drittel des Spiels. Lukas Harmsen (67.) und David Engelmann (87.) brachten die Gastgeber 2:0 in Führung, Muharrem Iseni erzielte den Anschlusstreffer (88.). Der Klassenerhalt bedeutet auch, dass der FC Rot II in die Kreisklasse A aufsteigen darf.
Dort stehen mit Meister VfB Wiesloch, Vize Aramäer Leimen und dem FC Germania Meckesheim-Mönchzell die Aufsteiger sowie mit der SG Rockenau und dem VfL Heiligkreuzsteinach die Absteiger bereits vor dem vorletzten Kreisfußball- Spieltag an Pfingsten fest.
In der Geschichte dieser B-Klassen-Saison spielen ein Porsche und zwei Traktoren eine Rolle. Der Sportwagen in den blauen Vereinsfarben der SpVgg Neckarsteinach gehört dem Weiße-Flotte-Chef Florian Hofstätter. Als im August der Spielball mit einem satten "Plopp" das vor dem Sportplatz parkende Luxus-Gefährt traf, war der Jubel des Roter Anhangs größer als über das Gegentor bei der 1:2 Niederlage. Giftige Kommentare wurden danach in den Sozialen Medien ausgetauscht.
Dustin Hauk kann heute darüber schmunzeln. Der Trainer der Reserve, der ab Sommer die Kreisliga-Mannschaft übernimmt, sagt: "Jeder Verein geht seinen eigenen Weg. Unserer unterscheidet sich von dem in Neckarsteinach." Nach dem 4:2-Derbysieg beim VfB St. Leon II steuerten bei der Triumphfahrt zurück nach Rot Marvin Munk und Tizian Koch zwei Traktoren. "Auf einem Anhänger war nicht genug Platz für unsere Spieler", erklärt Hauk. Die Mannschaft des Vizemeister gilt als "verschworene Gemeinschaft" (Achim Jung). Annähernd 40 Spieler stehen dem Cheftrainer Dustin Hauk und seinem Co-Trainer Bernd Weber zur Verfügung. Darunter alte Hasen wie Markus Spieß, Steffen Rössler oder Rafael Grün, die Erfahrung aus höheren Klassen mitbringen.
Als beste Rückrunden-Mannschaft wurde in der vergangenen Runde knapp der Aufstieg verpasst, in dieser Spielzeit distanzierten Hauks Himmelstürmer die Konkurrenz deutlich. Nur Neckarsteinach mit 50 Siegen in Folge war besser. Der Aufsteiger ist für die Kreisklasse A gerüstet. Markus Spieß wird Nachfolger von Dustin Hauk. Lars Bellemann und Bastian Billmaier werden ihm zur Seite stehen. Mit Luca Blohm, Lucas Linder und Johannes Röderer rücken talentierte Nachwuchsspieler nach. 250 Kinder und Jugendliche spielen im 800 Mitglieder zählenden Verein Fußball. Die A-Junioren wurden in einer Jugend- Spielgemeinschaft mit dem VfB St. Leon Kreismeister im Futsal, auf dem Feld haben sie gute Chancen auf den Kreisliga-Titel. Es gibt ein lebendiges Vereinsleben, Kerwe, Vatertags- und Sommerfest genießen einen legendären Ruf.
Apropos Ruf: Der FC Rot ist der Heimatverein von Nationalspieler Jonas Hofmann, dessen Papa Harald ein bekannter Handballspieler und Trainer war und bis heute gern gesehener Gast bei den Fußballern ist. Sein TSV Rot gehörte der 2. Handball-Bundesliga an und ist gerade wieder in die Oberliga aufgestiegen. Die Fußballer waren zur Zeit des unvergessenen Hans Schuhmachers in der Verbandsliga, Trainer war Bundesliga-Torwart Dieter Heimen.
Samstag, 15 Uhr: SpVgg Baiertal - VfB Leimen, SG Dielheim - FC Rot, TB Rohrbach - SpG Waldhilsbach I/Lobbach II, FC Frauenweiler - Eberbacher SC, 1. FC Mühlhausen II - Heidelberger SC, SG Heidelberg-Kirchheim II - FT Kirchheim, SpG Dilsberg I/Bammental II - SG Horrenberg, ASC Neuenheim - VfB Rauenberg.
RNZ vom 22.05.2026, Seite 24