Die Partie begann mit einer intensiven Anfangsphase, in der sich die Hausherren einige Torgelegenheiten herausspielen konnten. Dennoch gelang es dem ASC nach Seitenverlagerung und Flanke von König auf Stadler die frühe Führung zu markieren (6.). Infolgedessen fand die Viktoria zurück zu ihrem Spiel und verzeichnete ein deutliches Chancenplus. Durch einen Doppelschlag in der 15./16.Spielminute drehten die Gastgeber das Spiel binnen weniger Augenblicke. Die Anatomen retteten sich glücklicherweise "nur" mit einem 2:1 Rückstand in die Kabinen.
Zu Beginn der zweiten Halbzeit starteten beide Mannschaften wie die Feuerwehr. Es entwickelte sich ein hitziger und wilder Spielverlauf mit Pressing und daraus resultierenden Fehlpässen auf beiden Seiten. Durch den eingewechselten Hugo gelang es den #neuenheimerjungs das Spiel nach zwei Umschaltmomenten erneut auf den Kopf zu stellen (49./58.). Doch Bammental zeigte sich wenig beeindruckt und schlug nur wenige Augenblicke, in der 60.Minute, zurück. Das Momentum lag nun auf Seiten der Gastgeber, die weitere drei Zeigerumdrehungen nach Eckball auf 4:3 stellten. Kurz vor Schluss verwandelte Matteo Olaru einen Strafstoß zum 5:3 Endstand (88.).
Das Fazit von Chefcoach Linus Sandmann fällt folgendermaßen aus: "Nachdem wir einen guten Start in das Spiel erwischt haben und Stadler die frühe Führung erzielen konnte, haben wir eine schwierige erste Halbzeit gehabt, mit vielen Chancen für Bammental, die folgerichtig in zwei Gegentore gemündet sind. Wir haben uns vorgenommen nochmal alles reinzuwerfen und ein bisschen mehr Intensität reinzubringen, was uns super gelungen ist. Nach zwei Ballgewinnen sind wir zurecht wieder in Führung gegangen. Leider konnten wir den Schalter nach dem Führungstor nicht umlegen und haben verpasst das Spiel zu beruhigen. Dahingehend hat uns Bammental zum Ende des Spiels bestraft. Man hat gemerkt, dass uns die Kraft gefehlt hat. Insgesamt sind wir mit der Reaktion, die die Mannschaft in der zweiten Halbzeit gezeigt hat sehr zufrieden. Darauf können wir aufbauen."
Diesen Sonntag erwarten wir mit dem FV Brühl den nächsten Top 5 Gegner auf unserem heimischen Fussballcampus. Anpfiff ist um 14.30 Uhr
Von Wolfgang Brück
Bammental. Der Kummer der Verlierer hielt sich in Grenzen, die Gewinner waren nur mäßig begeistert. Unterschiedliche Ansprüche führten nach dem 5:3 (2:1)-Sieg des FC Bammental gegen den ASC Neuenheim zu den ungewöhnlichen Reaktionen. "Bei der Qualität unseres Kaders war das fußballerisch mau", meinte der Bammentaler Vize-Präsident und Co-Trainer Marc-André Waxmann.
FCB-Boss Stefan Ohlheiser fand, dass das Landesliga-Derby die Saison widergespiegelt habe. Bammental war vor der Pause stark und hätte höher als 2:1 führen können, danach gab man das Spiel aus der Hand, geriet 2:3 in Rückstand und richtete es erst im Endspurt.
Auch in der Runde ging es auf und ab. Es fehlt die Konstanz. Einem verheißungsvoller Start folgten Niederlagen gegen die Kellerkinder Eppingen und Ketsch, die Unentschieden gegen die Aufstiegsanwärter Srbija Mannheim und Brühl waren respektabel. Mit dem Platz in der erweiterten Spitzengruppe ist Stefan Ohlheiser nicht zufrieden.
Besser als erwartet und nicht so schlimm wie von manchen befürchtet läuft es beim Mit-Absteiger ASC Neuenheim, der fast seine gesamte Verbandsliga-Mannschaft verlor. "Wären wir abgezockter, hätten wie die Führung über die Zeit gebracht", glaubt der Sportliche Leiter Cem Üzüm. In der jungen Mannschaft ist der zweifache Torschütze Moritz Hugo, der im Februar 21 wird, einer der "Opas". Er kam aus Ziegelhausen, die Mehrzahl der Mitspieler ist aus der ASC-Jugend. Weil die Nachwuchs-Förderung vorbildlich ist, konnte der Aderlass leidlich aufgefangen werden. Doch das Abstiegsgespenst begleitet bei den vier Männer-Mannschaften den Umbruch.
In Neuenheim ist alles neu. Der Sportliche Leiter, Co-Trainer Hans-Friedrich Duppré, der zuvor die A-Jugend betreute, und Linus Sandmann. Der 34-jährige Heidelberger vom TSV Handschuhsheim studiert Sportwissenschaften und Psychologie und er arbeitete im Nachwuchs-Leistungszentrum der TSG Hoffenheim. Er ist für die Teenie-Truppe offenbar die Ideal-Besetzung.
In den nächsten Spielen geht es gegen die Schwergewichte Brühl, Eppelheim und den VfR Mannheim II, aber auch gegen Viernheim und Türkspor Mannheim, denen man sich überlegen wähnt. Levin Sandmann ist überzeugt: "Wir werden nicht direkt absteigen."
"Diese Mannschaft hat Zukunft", glaubt Cem Üzüm, "wenn sie zusammen bleibt. Es gibt schon Anfragen." Der 49-jährige Heidelberger war viele Jahre Jugendtrainer bei der SG Kirchheim, er arbeitet im Springer-Verlag und ist ein kommunikativer Mensch. Sein Sohn Yannick, seit Juni 19, ist eines der hoffnungsvollen Talente.
So wie früher, als der ASC Neuenheim zur Nummer eins im Heidelberger Fußball aufstieg, wird es jedoch nicht mehr werden, glaubt der Sportchef. Er bedauert: "Dazu fehlt das Geld."
Zwei von früher, Joseph Weisbrod und Werner Rehm, waren am Samstag auch da. Die verdienstvollen, langjährigen Vizepräsidenten trennten im Stadion an der Schwimmbadstraße mehr als die paar Meter, die zwischen ihnen und dem neuen Vereinsführer waren.
Weisbrod und Rehm meinen, dass sich gute Jugendarbeit und Erfolge im Seniorenbereich nicht ausschließen, sondern ergänzen sollten. "Es tut weh", gesteht Werner Rehm, "wenn man an die erfolgreiche Jahre in der Landes- und Verbandsliga denkt." Die Urgesteine bleiben dem ASC treu. Natürlich. "Der Verein war 45 Jahre lang unverzichtbarer Teil meines Lebens" stellt Weisbrod fest.
Der Neubeginn auf die harte Tour war nicht nötig. Mit mehr Toleranz und ein paar Briefen weniger vom Anwalt hätte die Spaltung vermieden werden können und wären Kummer und Kränkungen erspart geblieben.
Heidelberg. (RNZ) Durch die überraschende 0:2-Heimniederlage gegen die SG-SV Lobbach verliert der FV Brühl immer mehr den Anschluss an die Spitzengruppe der Fußball-Landesliga Rhein-Neckar. Der Rückstand auf den Tabellendritten ASV Eppelheim beträgt bereits sechs Punkte. Neben dem ASV (3:0 in Rheinau) verbuchten auch der VfR Mannheim II (5:1 in Ketsch) sowie Tabellenführer Srbija Mannheim (4:1 gegen Dossenheim) drei Zähler auf ihrem Konto. Der VfB St. Leon stoppte mit dem knappen 1:0-Heimerfolg über Türkspor Mannheim seine Minikrise. Neues Schlusslicht ist nach der ärgerlichen 2:3-Heimniederlage Aufsteiger Türkspor Eppingen, er tauschte den Platz mit dem TSV Amicitia Viernheim.
Spieltag und Tabelle anzeigen (klicken)
FC Bammental: Nikolas Dawid (TW), Zidane Laird, Mark Knäblein, Bent Fellmann, Fynn Bauer (89. Finn Söhner), Patrick Hocker (46. Hannes Linnebach), Mario Cancar, Dominic Wacknitz (79. Miguel Leon Käpplinger), Jan Gutzeit (63. Thomas Mleczko), Tim Pischem (C), Matteo Olaru - Trainer: Ulrich Brecht
ASC Neuenheim: Ben Augste (TW), Max Stadler (79. Arda Kocak), Tiago Bianchessi Cetolo (71. Paul Heinemann), Jonas Gimber (78. Lennart Günther), Maxim König (82. Marius Brunsing), Michel Schwarz, Fynn Svoboda, Yannick Üzüm, Finn Kölmel (C) (14. Moritz Hugo), Luca Sanadiradze, Henry Leuzinger - Paul Heinemann, Florian Hermann, Moritz Hugo, Lennart Günther, Arda Kocak, Marius Brunsing - Trainer: Linus Sandmann
Tore:
4 Karten für ASC Neuenheim:
Schiedsrichter: Dietmar Wachsmann (DJK Feudenheim)