Kreisliga-Vorschau 2025/26
Was Mark Twain zur neuen Saison meint
In zwölf Tagen Startschuss im Fußballkreis Heidelberg mit 77 Mannschaften, sechs neuen Spiel-Gemeinschaften, aber drei weiteren weißen Flecken auf der Landkarte
Von Wolfgang Brück
Heidelberg. Alles wird teuerer. Sogar die schönste Nebensache der Welt. Im Fußballkreis Heidelberg wurden die Strafen für Mannschaften, die nicht zu den Spielen antreten, drastisch erhöht. In der Kreisliga zahlt man bereits beim ersten Vergehen 360 statt bisher 120 Euro, Wiederholungstäter werden mit 540 Euro zur Kasse gebeten. Wer dreimal schwänzt, fliegt. Die Bußgelder in den C- Klassen betragen 180 (bisher 60) beim ersten und 270 (bisher 120) Euro beim zweiten Mal.
Besonders häufig ist die unterste Klasse betroffen. In der zurückliegenden Runde geriet aber auch die Verbandsliga in den Fokus, als der ASC Neuenheim zum Derby gegen die TSG Weinheim nicht antrat. Nach dem Rücktritt von einem halben Dutzend Vorstandsmitgliedern, dem Exodus fast der gesamten Mannschaft und dem Abstieg aus der Verbandsliga gibt es jetzt eine erfreuliche Nachricht vom Fußball Campus. Der Stadtteil-Verein, immerhin mal die Nummer eins im Heidelberger Fußball, schickt - ein Alleinstellungs-Merkmal - eine vierte Mannschaft ins Rennen. Sie bildet in der C-Klasse eine Spielgemeinschaft mit der Reserve der DJK RW Handschuhsheim. Neuenheim III und Handschuhsheim I treten gemeinsam in der Kreisklasse B an.
Es sind zwei von insgesamt sechs (!) neuen Spielgemeinschaften. Eine Regeländerung macht es möglich, dass Aufsteiger SV 08 Waldhilsbach zusammen mit der SG-SV Lobbach II in der Kreisliga antreten darf. Lobbach III/Waldhilsbach II, Mückenloch II/Spechbach II sowie Schönau/Altneudorf/Neckarsteinach II sind neue Formationen in der Kreisklasse C.
Erfreulich auch: Die Freien Turner Kirchheim und der FC Germania Meckesheim- Mönchzell haben zweite Mannschaften gemeldet. Abzüglich der SG Wiesenbach, die bereits im Winter das Handtuch warf, hat sich die Zahl der Mannschaften auf 77 erhöht.
"Die Turner haben ein paar Mitglieder mehr, aber was die Ballsportarten angehen, führen wir mit weitem Abstand" sagt Johannes Kolmer. Der Hirschhorner ist Chef im 25 000 Mitglieder zählenden Fußballkreis Heidelberg.
Strafen wurden drastisch erhöht
Die Zahlen sind stabil, auch in der Entwicklung gibt es nichts Neues. Dort, wo viele Menschen wohnen, in den Städten und Gemeinden der Rheinebene gibt es viele Fußballer, eng wird es in den Dörfern im Odenwald. Frank Wolf, neben Dr,. Werner Rupp, dem ehemaligen Vorsitzenden des ASC Neuenheim, und Jochen Michel von der TSG Rohrbach, einer von drei Vize-Präsidenten, zieht die Trennlinie an der Bundesstraße 45, die von Neckargemünd nach Sinsheim führt. Rechts ist mehr Betrieb als links.
Gleichwohl zieht es den FC Spechbach dorthin, wo die Konkurrenz zahlenmäßig größer ist. Die Spechbacher sind die "Aufsteiger der Herzen". Sie wurden in der früher als Ost-Staffel bezeichneten Kreisklasse C 2 viermal Vizemeister. Jetzt versuchen sie ihr Glück in der Staffel 1, um endlich dahin zu kommen, wo sie längst hingehören: In die B-Klasse.
Der Übergang von der untersten in die zweit unterste Klasse ist ein Nadelöhr. 30 Mannschaften, eine ungute Mischung aus Hobby-Kickern und ambitionierten Teams, konkurrieren. Die beiden Meister steigen auf, die jeweils zwei Nachplatzierten bestreiten eine Aufstiegsrunde um den dritten Aufsteiger.
Letzte Runde war früh alles klar. Neckarsteinach marschierte - als einzige Mannschaft im Fußballkreis - ungeschlagen und ohne Verlustpunkt in die B-Klasse. Wahrscheinlich geht die Siegesserie weiter. Es wurden sechs Spieler aus der Verbandsliga verpflichtet. Florian Hofstätter, Chef der "Weißen Flotte", steuert mit vollen Segeln die Kreisliga an.
Eine Sonderstellung nimmt RB Heidelberg II als "Flex-Mannschaft" ein. RB darf festlegen, ob mit elf, zehn oder nur neun Spielern gekickt wird. Bei "Flex- Mannschaften" zählen zwar die Punkte, aber sie können nicht aufsteigen.
Die Kreisliga hat die ideale Anzahl von 16 Mannschaften. Leimen, Kirchheim II, Dielheim, Horrenberg und Rauenberg sind nach Ansicht der Rhein-Neckar-Zeitung Kandidaten auf Meisterschaft und Direktaufstieg sowie den Relegationsplatz. Nicht nur Johannes Kolmer ist gespannt, wie das "Abenteuer" (Neu-Trainer Frank Schüssler) beim FC Frauenweiler ausgeht. 17 (!) Spieler haben den Verein verlassen, der neue Sportchef Günter Gellert telefoniert Tag und Nacht, um die Lücken zu schließen. Schwer wird es bei drei Absteigern!
Die Favoriten der RNZ
Während Frauenweiler alles daran setzt, um einen Rückzug zu vermeiden, gibt es mittlerweile mit Gaiberg, Wiesenbach, Wilhelmsfeld und Altenbach vier weiße Flecken auf der Fußball-Landkarte. Die vier Vereine spielten in ihrer Glanzzeit eine gute Rolle, jetzt verwaisen die Sportplätze. Schade!
Die 15 Klubs der Kreisklasse A dürfen sich auf eine Runde freuen, in der es bei drei Aufsteigern und zwei Absteigern mehr zu gewinnen als zu verlieren gibt: Unsere Favoriten sind: Meckesheim-Mönchzell, das mit ganz viel Pech den Aufstieg verpasste, der VfB Wiesloch mit einem halben Dutzend Neuzugängen aus Frauenweiler, die Kreisliga-Absteiger Pfaffengrund und Heiligkreuzsteinach sowie die üblichen Verdächtigen TSV Gauangelloch und BSC Mückenloch. .
Doch wie sagten schon Karl Valentin und Mark Twain: "Prognosen sind schwierig, vor allem wenn sie die Zukunft betreffen."
Wer spielt wo?
Fußball-Kreisliga Heidelberg, 16 Mannschaften, der Meister steigt auf, der Vize geht in die Relegation, drei steigen ab: SG Horrenberg (Ab), SG Kirchheim II, SG Dielheim, VfB Rauenberg, VfB Leimen, ASC Neuenheim II, TB Rohrbach, FC Frauenweiler, Heidelberger SC, FT Kirchheim, FC Rot, SpVgg Baiertal, Eberbacher SC, 1. FC Mühlhausen II (Auf), SpG Dilsberfg I/Bammental II (Auf), SpG Waldhilsbach/Lobbach II (Auf).
Kreisklasse A, 15 Mannschaften, drei Aufsteiger, zwei Absteiger: TSV Pfaffengrund (Ab), VfL heiligkreuzsteinach (Ab), FC Germania Meckesheim- Mönchzell, TSV Gauangelloch, TSV Rettigheim, TSV Wieblingen, 1. FC Wiesloch, VfB Wiesloch, TSV Gauangelloch, Aramäer Leimen, BSC Mückenloch, DJK/FC Ziegelhausen- Peterstal, ASV Eppelheim II (Auf), SG Rockenau (Auf), VfR Walldorf (Auf).
Kreisklasse B, 16 Mannschaften, drei Aufsteiger und drei Absteiger: SG Viktoria Mauer (Ab), FC 1986 Sandhausen (Ab), VfB St. Leon II (Ab), Neuenheim III/DJK Handschuhsheim I, FC Hirschhorn, Mühlhausen III/Rettigheim II, VfB Rauenberg II, FV Nußloch II, SV Moosbrunn, SG Dielheim II, FC Rot II, TSV Handschuhsheim, FC Dossenheim II, SpVgg Neckarstein (Auf), FG Rohrbach (Auf) TSG Rohrbach (Auf).
Kreisklasse C Staffel 1: Heidelberger SC II (Ab), FC Badenia St. Ilgen, VfB Wiesloch II, RB Heidelberg, TB Rohrbach II, SpG Schatthausen I/Baiertal II, SpG Balzfeld I/Horrenberg II, VfR Walldorf II, FC Frauenweiler II, SpG DJK Handschuhsheim II/Neuenheim IV, FC Sandhausen II, SV Eintracht Walldorf, RB Heidelberg, DJK Eppelheim, FT Kirchheim II.
Kreisklasse C Staffel 2: SpG SpVgg/BW Neckargemünd (Ab), SpG Schönau/Altneudorf/Neckarsteinach II (Ab), SpG Lobbach II/Waldhilsbach III, Eberbacher SC II, SpG Spechbach II/Mückenloch II, Heidelberger SC III, FC Dossenheim III, FG Union Heidelberg, VfL Heiligkreuzsteinach II, 1. FC Wiesloch II, FC Badenia St. Ilgen II, FG Rohrbach II, SpG Bammental III/Dilsberg II, FC Germania Meckesheim-Mönchzell II, RB Heidelberg II (flex).
Die beiden Staffeln bestehen aus jeweils 15 Mannschaften. Die Meister steigen direkt auf, Die jeweils Zweit- und Drittplatzierten ermitteln den dritten Aufsteiger in die B- Klasse.
Die Regelungen müssen noch beim Staffeltag am 20. Juli auf dem Dilsberg abgesegnet werden. Die Meisterschaftsrunde beginnt am dritten August-Wochenende.
Kreispokal, Qualifikationsrunde, Sonntag, 20. Juli, 11 Uhr: Heidelberger SC II - FC Germania Meckesheim-Mönchzell II; 14 Uhr: VfB Rauenberg II - SG Kirchheim II, Heidelberger SC II - FV Nußloch II, FC Dosssenheim III - ASV Eppelheim II; SpG Bammental III/Dilsberg II - Schatthausen I/Baiertal II, SpG Lobbach III/Waldhilsbach II - DJK/FC Ziegelhausen-Peterstal II, FG Rohrbach II - SpG Dilsberg I/Bammental II, VfB Wiesloch II - SG Dielheim II, Eberbacher SC II - SpG Waldhilsbach I/Lobbach II. Die ersten drei Hauptrunden finden an den folgenden Wochenenden statt.
wob