Saison 2025/26
Heidelberg Kreisklasse C1
Vorbericht zum 10. SpieltagRNZ-Vorschau
Dünner Anzug, weiße Weste
Der notorische Vizemeister FC Spechbach feierte in neun Spielen neun Siege
Von Wolfgang Brück
Heidelberg. Am Sonntagabend erreichte die Rhein-Neckar-Zeitung eine WhatsApp-Nachricht. "Die SpVgg Neckarsteinach ist jetzt die einzige Mannschaft mit weißer Weste", schrieb Florian Hofstätter stolz. Der Chef der Weißen Flotte irrt. Neben dem Tabellenführer der Kreisklasse B hat auch der FC Spechbach mit neun Siegen aus neun Spielen eine makellose Bilanz.
"Nicht schlimm", verzeiht Benjamin Dick dem Geldgeber und Abwehrspieler, "wahrscheinlich schaut er sich die C-Klasse nicht mehr an." Wenn es nach dem 37-jährigen Chemie-Ingenieur geht – er ist in Personal-Union Präsident und Rechtsverteidiger – dann wird man sich auch in Spechbach nächstes Jahr nicht mehr vorrangig mit der Kreisklasse C beschäftigen.
Denn: Der Aufstieg des FC Spechbach ist überfällig. Viermal hintereinander wurden die Fußballer aus der knapp 2000 Einwohner zählenden Gemeinde im Kraichgau Vizemeister. Viermal scheiterten sie in der Relegation. Dreimal im Finale gegen Lobbach, Neckargemünd und die TSG Rohrbach, einmal im Halbfinale gegen den Heidelberger SC II. Der Übergang von der untersten in die nächsthöhere Liga ist ein Nadelöhr. Nur die Meister der beiden C-Klassen-Staffeln steigen auf. Die zwei nachplatzierten Mannschaften ermitteln den dritten Aufsteiger. Wer es schafft, den Engpass zu überwinden, spielt in der B-Klasse fast immer eine gute Rolle. Das legt den Schluss nahe, dass in der C-Klasse Mannschaften feststecken, die eigentlich nicht dorthin gehören.
Benjamin Dick ist über den Raketenstart etwas erstaunt. Denn der FC Spechbach hatte einen ungewöhnlich großen Aderlass. Mit Lukas Rudewig und Leon Ambil (zum VfB Epfenbach), Maximilian Bing (nach Lobbach), Gian-Luca Lumpp (nach Moosbrunn) sowie Muhammed Al Dilber, der Spielertrainer beim VfB Wiesloch II wurde, verließen bewährte und verdienstvolle Spieler den Verein. Sebastian Haaf, der Sohn des Bammentaler Jugendleiters Andreas Haaf, kam aus Waldhilsbach.
"Wir sind enger zusammen gerückt", sagt Benjamin Dick, "Spieler aus der zweiten Mannschaft haben einen Leistungsschub bekommen, weil sie das Gefühl bekamen, man braucht sie." Allerdings, räumt der Präsident ein, sei der Kader etwas dünn. Er hofft, dass der Tabellenführer von Verletzungspech verschont bleibt. Die Wochen der Wahrheit stehen noch bevor. Im November kommen der FC Badenia St. Ilgen und die SpG Balzfeld I/Horrenberg II nach Spechbach. Die beiden schärfsten Verfolger erheben neben RB Heidelberg gleichfalls Anspruch auf den Direktaufstieg.
Samstag, 14.30 Uhr: SpG Schatthausen I/Baiertal II - DJK Eppelheim; Sonntag, 12 Uhr: FT Kirchheim II - FC Frauenweiler II; 12.30 Uhr: SpG DJK/SG Balzfeld I/Horrenberg II - TB Rohrbach II, VfB Wiesloch II - RB Heidelberg; 13 Uhr: Heidelberger SC III - SpG DJK RW Handschuhsheim II/Neuenheim IV; spielfrei: SV Eintracht Walldorf.
RNZ vom 10.10.2025, Seite 26