Verbandsliga Nordbaden
Saison 2023/24
Vorbericht zum 7. Spieltag

An der Schwimmbadstraße nicht baden gehen

Der ASC Neuenheim möchte am Samstag im Aufsteiger-Duell beim FC Bammental den Verbandsliga-Turnaround einleiten!

Auf die letzte Begegnung zwischen dem späteren Landesliga-Meister FC Bammental und Vizemeister ASC Neuenheim (Szenenfotos: VAF) dürften beide Clubs mit gemischten Gefühlen zurückblicken: Die Victoria, weil der 2:1-Heimsieg am 4. März überaus zittrig war, der ASC Neuenheim, weil er bis kurz vor dem Ende führte und erst in der Nachspielzeit geschlagen wurde.


FC Bammental - ASC Neuenheim (Foto: vaf)

Alles Schnee von gestern! Beim Widersehen am Samstag an der Schwimmbadstraße geht es für die beiden Aufsteiger darum, weitere Punkte in der höchsten badischen Liga zu sammeln. Die Mannschaft von FCB-Trainer Oliver Mahrt musste zwar zuletzt eine 0 : 5-Klatsche beim FCA Walldorf II verdauen, hat aber als Tabellen-Zehnter immerhin schon sieben Zähler auf dem Konto und kann auch wieder auf seinen Kapitän und Torgaranten Carsten Klein zurückgreifen.

Für die Mannschaft von Marcel Hofbauer und Daniel Tsiflidis wird es im Aufsteiger-Duell vor allem darauf ankommen, von der ersten Minute an hochkonzentriert zu sein, hinten möglichst (lange) die Null zu verteidigen (mit 16 die zweitmeisten Gegentore) und die finale Zuspitzung im Angriff zu schärfen.

Joseph Weisbrod

RNZ-Vorschau

Wo die Stürmer auf den Bäumen wachsen

Mühlhausen und Zuzenhausen bleiben trotz schwerer Verluste Spitze Der Neuenheimer Fluch

Von Wolfgang Brück

Heidelberg. Legt in der Verbandsliga die TSG Weinheim wie im Vorjahr der VfR Mannheim einen Start-Ziel-Sieg hin? Die weiße Weste des Tabellenführers scheint beim VfB Bretten nicht gefährdet, doch vom Rangzweiten 1. FC Mühlhausen bis zu Fortuna Heddesheim auf dem sechsten Platz gibt es eine Reihe von Mannschaften, die einen Alleingang eher unwahrscheinlich machen. Im Blickpunkt des siebten Spieltags: Das Verfolger-Derby zwischen dem VfB Eppingen und Fortuna Heddesheim.

Wachsen in Mühlhausen und Zuzenhausen gute Stürmer auf den Bäumen? Genau so ist es. Mühlhausen verlor mit Thorben Stadler einen Angreifer, der in der zurückliegenden Runde 31 Tore erzielte und damit zwei mehr als der VfL Neckarau zusammen. Tim-Sebastian Buchheister (schon fünf Treffer), Philipp Neuberger und Felix Jung (je 4) kompensieren den schweren Verlust. Der mit 18 Toren beste Angriff muss am Samstag den kleinen Waldhof knacken, gegen den es in der Vorsaison zwei Niederlagen und im Jahr zuvor zwei Unentschieden gab. Ein Angstgegner? Auch Steffen Schieck, Trainer des FC Zuzenhausen, ist erleichtert. Zwar sind mit Felix Kendel, Arnold Luck und Nils Reißfelder wichtige Spieler weg, doch Dominik Zuleger und Christopher Wild werden immer besser. Am Freitagabend gegen Gommersdorf sollte nichts schief gehen.

Ist Neuling Neuenheim in der Verbandsliga hoffnungslos überfordert? Nein. Zwar wartet der Aufsteiger noch auf seinen ersten Sieg, doch mit Ausnahme des 1:5 in Zuzenhausen war man mit den ausgesprochen starken Gegnern auf Augenhöhe. Trainer Oliver Mahrt vom samstäglichen Derby-Rivalen FC Bammental ist überzeugt: "Neuenheim gehört nicht zu den Abstiegskandidaten." ASC-Sportchef Marc Saggau gibt ihm gerne Recht. Er fordert: "In Bammental und danach zu Hause gegen Reichenbach sollten wir aber mit dem Gewinnen beginnen."

Stimmt es, dass der ASC Neuenheim beantragen will, Fußballspiele schon nach 85 Minuten zu beenden? Nein, aber es wäre nachvollziehbar. In Heddesheim und gegen Mosbach fehlten nur ein paar Minuten zum ersten Verbandsliga-Sieg. Der Fluch der späten Gegentore besteht schon länger. Anfang März führte Neuenheim beim samstäglichen Gegner bis zur 87. Minute durch ein Tor von Ralf Berger, ehe Marc Schneckenberger und Janis Halter das Spiel drehten. Es war der Grundstein zum Bammentaler Titelgewinn. Neuenheim hatte acht Punkte Rückstand, wurde trotzdem noch Vizemeister und stieg über die Relegation auf. Deshalb ist man guter Hoffnung, dass es trotz der späten Gegentore auch diesmal ein Happy End geben wird.

Kann ein Flankengott einen leiblichen Sohn haben? Anders als in der Theologie, wo die unbefleckte Empfängnis immer eine Diskussion wert ist, darf die Frage mit einem klaren Ja beantwortet werden. Der Zuzenhäuser Trainer Steffen Schieck, inzwischen in der vierten Saison im Amt, ist begeistert von Christopher Wilds Freistößen und Ecken. Kein Wunder, beim Papa handelt es sich um den früheren Sandhäuser Flankengott Rainer Wild. Auch Dominik Zuleger macht seinem Vater Freude. Der Sohn des langjährigen Trainers Dietmar Zuleger hat sich prächtig entwickelt. "Wir profitieren von ihm, auf und außerhalb des Platzes", lobt Schieck den bereits vierfachen Torschützen.

RNZ vom 30.09.2023