Heidelberg Kreisklasse A
Saison 2009/10, 22. Spieltag

Vorbericht zum 22. Spieltag in der Rhein-Neckar-Zeitung

Montag, 12. April 2010, 19:00 Uhr
ASC Neuenheim - FC Schatthausen 1:1 (1:0)

Aufstellung des ASC Neuenheim
  1. Benny Bolich
  2. Christian Warnemann
  3. Patrick Helten
  4. Andreas Roth
  5. Felix Louis
  6. Simon Erl
  7. Emanuel Smarsly (89. Sajan Wagner)
  8. Daniel Toma (87. Miguel Bernal)
  9. Mathias Riedesel
  10. Tim Thumulka
  11. Christoph Gebhardt
  12. Sajan Wagner
  13. Felix Frank
  14. Jonas Licht
  15. Miguel Bernal
  16. Oliver Amaya (ETW)
Tore
  • 1:0 5.Min Mathias Riedesel, Pass von Daniel Toma
  • 1:1 95.Min Matthias Traub

ASC kassiert Ausgleich in der 95. Spielminute, die es nicht mehr hätte geben dürfen

Mit vier Siegen in Folge ist der FC Schatthausen aus dem Schatten seiner durchwachsenen Vorrunde getreten. Im mit fast 100 Zuschauern stattlich besuchten Montagsspiel gab das Team von Trainer Thorsten Minges als erfolgreichste Rückrunden-Mannschaft seine Visitenkarte am Harbigweg an. Und erkämpfte in der fünften Minute der Nachspielzeit noch einen frenetisch bejubelten Punkt beim konsternierten Tabellenführer.

Dabei beginnt das Spitzenspiel für den ASC verheißungsvoll. Die Anatomen nehmen unmittelbar nach dem Anpfiff ihr scharfes Sezierbesteck in die Hand und gehen bereits in der fünften Minute in Führung. Einen klinisch präzisen Steilpass von Mittelfeldkollege Daniel Toma nimmt Mathias Riedesel elegant mit und zieht ab. Der aufmerksame FC-Keeper kann zunächst abwehren. Den Abpraller verwandelt der Torjäger allerdings souverän la Riedesel.

Kurz darauf gelingt dem ambitionierten Gast nach einer gefährlich aufspringenden Direktabnahme von FC-Kugelblitz Florian Gund fast der Ausgleich. Danach wird es für eine Weile steril im Spiel. Die Partie wogt zwischen den Strafräumen hin und her, unsanft unterbrochen durch rustikale Fouls der (über)motivierten Gäste, die der "Laisser-faire"-Schiedsrichter einfach so passieren lässt, geschweige denn mit dem durchaus angebrachten Sanktionsinstrument einer gelben Karte ahndet.

Nach dem Wechsel bemüht der Tabellensechste, der noch im Aufstiegsrennen mitmischen will, sich verstärkt um den Ausgleich. Doch mehr als ein paar aussichtsreiche Freistöße, Ecken und Flanken in den Neuenheimer Strafraum, die nicht zu wirklich brenzligen Torsituationen führen, kommt unterm Strich angesichts des erheblichen Aufwands nicht heraus. Gefährlich wird es für den Klassenprimus vor allem dann, wenn die Neuenheimer Abwehr sich in riskante Zweikämpfe begibt oder sich auf dem holprigen Geläuf in musischen Kurzpässen übt, anstatt das glatte Ding einfach mal kompromisslos nach vorne zu schlagen.

Die Partie steht auf des Messers Schneide und bezieht daraus ihre prickelnde Spannung Der ASC verlegt sich auf schnell vorgetragene Konter. Und hat mindestens zwei glasklare Chancen, das Spiel früh für sich zu entscheiden. So in der 54. Minute, als der insgesamt als Waffe zu wenig eingesetzte Wirbelstürmer Christoph Gebhardt nach einem Killerball von Mathias Riedesel den FC-Torwart umkurvt und aus spitzem Winkel aufs Tor, aber auch am langen Pfosten vorbei knallt. Und in der 64. Minute, als der emsige Emanuel Smarsly einen perfekt dosierten Rückpass von Mathias Riedesel etwas überhastet über den FC-Kasten jagt.

Trotz einer für Neuenheimer Verhältnisse hohen Fehlerquote - so nach einem Harakiri-Ballverlust an Abdellilah Haddaoui, der gerade noch von ASC-Torwart Benny Bolich ausgebügelt wird - scheint der Tabellenführer den Sieg nach Hause zittern zu können. Doch die Chronobiologie des Schiedsrichters spielt dem ASC einen bitteren Streich. Am Ende der regulären Spielzeit zeigt der phasenweise geradezu schlafmützig wirkende Unparteiische drei Minuten Nachspielzeit an. Doch die Neuenheimer Zuschauer warten nach dessen Ablauf vergebens auf den überfälligen Abpfiff.

Nach leichtfertigen Ballvelusten in der Offensive bekommt der FC noch einen Eckball zugesprochen. Die hohe Hereingabe segelt durch den Fünfmeterraum. Am langen Pfosten steht völlig unbewacht der kleinste, beste und - mit knapp 40 Jahren - wohl auch älteste Schatthausener Spieler: Co-Trainer Matthias Traub krönt seine imposante Leistung mit einem Lehrbuch-Kopfball ins Neuenheimer Netz und ins Schatthausener Glück. Man schreibt die 95. Minute, die es eigentlich nicht mehr hätte geben dürfen.

Bei allem laut in den Abendhimmel gebrüllten Frust der maßlos (auch von sich selbst?) enttäuschten Neuenheimer Spieler: Noch hat der ASC (48) drei Punkte Vorsprung auf den Tabellenzweiten FC Mühlhausen (45) und sechs Punkte auf den Dritten SV Waldwimmmersbach (42).

Doch die Mannschaft von Spielertrainer Matthias Hohmann (derzeit wegen eines Muskelfaserrisses außer Gefecht) muss sich am nächsten Sonntag beim Frühschoppen-Spiel um 10.30 Uhr auf dem engen Hartplatz des Aramäischen KSV Leimen mächtig anstrengen, um nicht mehr Federn beim Kampf um die Meisterschaft und den Aufstieg in die höchste Heidelberger Liga zu lassen.

Weitere Fotos von Rainer Thumulka zu diesem Montagsspiel gibt's auf der ASC-Homepage!

Joseph Weisbrod

Bilder zum Spiel von Rainer Thumulka

Spieltag und Tabelle