Saison 2025/26
Heidelberg Kreisliga
Vorbericht zum 28. Spieltag

RNZ-Vorschau

Nur in gute Hände abzugeben

Matthias Örüm hat Moral und Yavuz Aktas ist zwiegespalten – Die Seelennöte zweier Fußball-Trainer – Rot rechnet, Leimen will feiern

Von Wolfgang Brück

Heidelberg. Es wird beklagt, dass in unserer Gesellschaft das Miteinander gelitten habe. Auch im Fußball sei es nicht mehr wie früher, bedauern viele. Zum Glück gibt es ermutigende Ausnahmen. Am Montag erreichte die Rhein-Neckar-Zeitung eine Nachricht von Matthias Örüm. "Ich bringe es nicht übers Herz, den FC Frauenweiler zu verlassen, weil dann alles zusammenbrechen würde", schrieb der ehemalige Kapitän der TSG Hoffenheim.

Es gäbe zwar Kontakt zu Landesligisten, so der 50-jährige Ex-Profi weiter, aber er werde noch eine Saison in Frauenweiler bleiben, auch wenn durch die 1:2- Niederlage am Sonntag gegen die Freien Turner Kirchheim die Aufholjagd erst mal gestoppt und der Abstieg wahrscheinlich geworden ist.

Das Bekenntnis des renommierten Trainers freut Günter Gellert. Der Fußball-Chef, der Frauenweiler in großer Not übernahm, hat noch ein wenig Hoffnung. "Die Punkte, die gegen die Freien Turner eingeplant waren, müssen wir uns jetzt am Dienstag beim Heidelberger SC holen und danach auch gegen Eberbach und in Waldhilsbach gewinnen", sagt er.

Das wird schwer, zumal die schlimmsten Befürchtungen wahr wurden. Bei Georgios Tsakas, der sich gegen Kirchheim früh verletzte und mit dem Rettungswagen ins Krankenhaus kam, wurde ein Kreuzbandriss diagnostiziert.

David Reisenauer, der in der Winterpause vom Kaiserslauterner Landesligisten Rüssingen kam und mit zehn Toren in elf Spielen zum Aufschwung beitrug, ist angeschlagen. Der 19-jährige Angreifer hat "etliche Angebote" (Gellert). Mit oder ohne Reisenauer ist der sofortige Wiederaufstieg das Ziel.

Eine Herzenssache ist auch für Yavuz Aktas das Spiel seines VfB Wiesloch am Mittwoch in Heiligkreuzsteinach. "Ich hatte ein schönes Jahr in Heilig, erinnere mich gerne an die Zeit mit Oliver Teich zurück", sagt der Trainer des VfB Wiesloch. Doch die Gefühle sollen für 90 Minuten keine Rolle spielen. Der VfB Wiesloch will mit einem Sieg die Voraussetzung dafür schaffen, dass an diesem Sonntag mit einem Heimsieg gegen den Tabellendritten FC Germania Meckesheim- Mönchzell die Meisterschaft gefeiert werden kann. Der Aufstieg in die Kreisliga steht bereits feststeht.

Bei einer Niederlage des VfL Heiligkreuzsteinach und einem Punktgewinn des TSV Pfaffengrund beim VfR Walldorf stünde der Abstieg so gut wie fest. "Es würde mir leid tun", gesteht Aktas. "Heilig" war über viele Jahre die Nummer eins im Steinachtal, jetzt droht der Absturz aus der Kreisliga in die B-Klasse. "Bei der Randlage am Ende des Steinachtals ist es bewundernswert, dass man so lange oben war", sagt Aktas, "aber irgendwann gehen die Spieler aus."

Besser als in den Dörfern im Odenwald sieht es in dieser Hinsicht in der Rhein- Ebene aus, wie die RNZ berichtete. Beim FC Rot bleibt man trotz der 0:2- Niederlage im Keller-Duell gegen Waldhilsbach und dem Rücktritt von Trainer Matthias Jung zuversichtlich. "Wir haben gegen den VfB Leimen nichts zu verlieren", meint Achim Jung vor dem Gastspiel des Tabellenführers.

Der Sportvorstand wird mit David Engelmann und André Braun die Mannschaft betreuen. Jungs Rechnung bei vier Punkten Vorsprung gegenüber Frauenweiler: "Wir wollen aus den restlichen vier Spielen, von denen drei zu Hause stattfinden, sechs Punkte holen."

Beim VfB Leimen rechnet man auch. Der zweite Matchball soll sitzen. Mit einem Sieg kann man die Meisterschaft und den Landesliga-Aufstieg besiegeln. Während von den Verfolgern der VfB Rauenberg am dreigeteilten drittletzten Spieltag erst am Freitag gegen Dilsberg/Bammental an der Reihe ist, muss Dielheim am Mittwoch in Waldhilsbach antreten. Die Gastgeber sind so gut wie gerettet, Comebackler Björn Lipschitz fehlt. Er hat ein Golfturnier.

Am Dienstagmorgen schrieb Matthias Örüm noch mal: "So lange ich nicht sicher bin, dass Frauenweiler in guten Händen ist, werde ich nicht gehen."

Mittwoch, 19.30 Uhr: FC Rot - VfB Leimen, SpVgg Baiertal - ASC Neuenheim II, FT Kirchheim - 1. FC Mühlhausen II, SpG Waldhilsbach I/Lobbach II - SG Dielheim.

RNZ vom 13.05.2026, Seite 26