Saison 2025/26
Heidelberg Kreisliga
Vorbericht zum 26. Spieltag

RNZ-Vorschau

"Zahlt den Schiedsrichtern mehr Geld"

FT-Trainer Rosenfelder findet, dass die Kreisliga um eine Klasse schlechter geworden ist – Jubelt am Sonntag Spitzenreiter VfB Leimen?

Von Wolfgang Brück

Heidelberg. "Es ist eine Katastrophe", sagt Heiko Rosenfelder. Der Trainer der Freien Turner Kirchheim spricht über die Entscheidung, in der Fußball-Kreisliga auf Linienrichter zu verzichten. "Die Liga ist um eine Klasse schlechter geworden", glaubt der 62-jährige Informatiker im Deutschen Krebsforschungszentrum Heidelberg. Ohne Linienrichter ist es noch riskanter als ohnehin, eine Abseitsfalle aufzubauen. "Der Fußball in der Kreisliga hat sich verändert und zwar nicht zum Guten", bedauert Rosenfelder.

Er ist davon überzeugt, dass es eine Lösung gibt. "Würden die Schiedsrichter besser bezahlt, gäbe es keinen Mangel", meint Rosenfelder. In seiner Jugend habe er am Bodensee, wo er aufwuchs, schon als Schüler und später als Student Spiele gepfiffen. "40 Mark gab es. Das war damals gutes Geld", erinnert er sich, "damit konnte man am Samstagabend ausgehen."

Zwischen 40 und 65 Euro, beziehungsweise 20 bis 35 Euro bei einem Jugendspiel, zuzüglich Kilometergeld, bekommen die Schiedsrichter heute. "Damit liegt der Fußballkreis Heidelberg deutschlandweit ziemlich weit vorne", stellt Johannes Kolmer fest. Man habe sich über eine höhere Vergütung Gedanken gemacht, berichtet der Vorsitzende im Fußballkreis Heidelberg, "ich glaube nicht, dass das Geld ein entscheidendes Kriterium ist. Wenn wir mehr zahlen, könnte es sich steuerlich negativ auswirken."

Heidelberg verzichtet als einziger der Fußballkreise in Baden in der obersten Klasse auf Linienrichter. Rund hundert Unparteiische stehen zur Verfügung, Engpässe gibt es an den Sonntagen. "Hätten wir 20 Schiedsrichter mehr, könnte man wahrscheinlich auch wieder die Kreisliga mit einem Gespann versehen."

Die Hoffnung ruht auf dem Nachwuchs. Maximilian Hornung ist erst 15. Der Gymnasiast aus Leimen war beim Pokalfinale letzten Samstag in Waldwimmersbach, das der Eberbacher SC mit 4:2 gegen den FC Germania Meckesheim-Mönchzell gewann, Assistent von Schiedsrichter Benjamin Stockmar vom Heidelberger SC.

Beim Kreisliga-Spiel zwischen dem 1. FC Mühlhausen II und der SpG Dilsberg I/Bammental II schnappte sich Nationalspieler Sebastian Rudy das Fähnchen und agierte als Linienrichter. Der ehemalige Hoffenheimer Bundesliga-Profi ist ein Vorbild an Bodenständigkeit und Bescheidenheit. "Er kam nach einem Spiel seiner Dilsberger zu mir in die Kabine. Wir haben ein wenig Smalltalk gemacht. Ein wirklich sympathischer Mensch", sagt Kolmer. Der 70-jährige pensionierte 1. Polizei-Hauptkommissar aus Hirschhorn führt nicht nur seit vielen Jahren den Fußballkreis, er ist auch Schiedsrichter.

Menschen, die sich mögen, begegnen sich auch am Sonntag beim Kreisliga-Derby zwischen dem VfB Rauenberg und dem 1. FC Mühlhausen II. Die Cheftrainer Nico Hillenbrand und Stefan Schneider kennen sich schon seit der Jugend, ihre Assistenten Manuel Kaufmann und "Vlado" Stenzel spielten gemeinsam für den FC-Astoria Walldorf. Die Freundschaft wird für 90 Minuten ruhen. Rauenberg, das am Sonntag in Frauenweiler stolperte, darf sich keinen weiteren Ausrutscher leisten.

Tabellenführer VfB Leimen hat vier Punkte Vorsprung, die deutlich bessere Tordifferenz und am Sonntag als Gast der SpG Waldhilsbach I/Lobbach II das auf dem Papier leichtere Spiel. Die Experten sind sich sicher: Das werden sich die Leimener nicht mehr nehmen lassen. Wie sollten sie auch bei diesem Restprogramm: Bevor am letzten Spieltag der Rangdritte Dielheim kommt, geht es außer gegen Waldhilsbach/Lobbach noch gegen den ASC Neuenheim II (H), FC Rot (A) und die SpVgg Baiertal (H) – Mannschaften aus dem tiefsten Keller der Tabelle.

Dort könnte es noch mal Bewegung geben, wenn Frauenweiler in Horrenberg gewinnt und Waldhilsbach/Lobbach und Rot (in Eberbach) leer ausgehen.

Sonntag, 12.15 Uhr: ASC Neuenheim II - SpG Dilsberg I/Bammental II; 15 Uhr: SpG Waldhilsbach I/Lobbach II - VfB Leimen, Eberbacher SC - FC Rot, SpVgg Baiertal - SG Heidelberg-Kirchheim II, VfB Rauenberg - 1. FC Mühlhausen II, SG Horrenberg - FC Frauenweiler, FT Kirchheim - TB Rohrbach, Heidelberger SC - SG Dielheim.

RNZ vom 30.04.2026, Seite 27