Saison 2025/26
Heidelberg Kreisliga
Vorbericht zum 21. Spieltag

RNZ-Vorschau

Wie Dilsberg ein Aufstiegsrecht erhalten will

Sensation im Kreisfußball: Der Vorsitzende Daniel Rittmeier findet, dass man den Ehrgeiz der Mannschaft belohnen soll

Von Wolfgang Brück

Heidelberg. Zum höchsten Berg im Fußballkreis Heidelberg gehen präsidiale Glückwünsche. "Ein Vierkampf ist besser als ein Dreikampf. Sportlicher Ehrgeiz ist immer gut", kommentiert der Stellvertretende Vorsitzende im Fußballkreis Frank Wolf den Vorstoß von Daniel Rittmeier. Nach dem 7:1-Derbysieg gegen die SpG Waldhilsbach I/Lobbach II erklärte der Vorsitzende des 1. FC Dilsberg: "Ich werde meine Spieler nicht am Aufstieg hindern. Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg."

Als Spielgemeinschaft kann der 1. FC Dilsberg nicht aufsteigen, weil der FC Bammental bereits in der Landesliga ist. Wie es gehen könnte, zeigt Wolfs Chef auf. "Wenn die Dilsberger die Spielgemeinschaft mit Bammental aufkündigen, dann haben sie als federführender Verein ein Aufstiegsrecht", erklärt Johannes Kolmer aus Hirschhorn.

Rittmeier macht eine Kampfansage an Leimen, Rauenberg und Dielheim: "Natürlich werden wir in die Relegation gehen, wenn wir Zweiter werden." Am Mittwochabend gab es ein leistungsgerechtes 3:3 gegen den vom ehemaligen Hoffenheimer Kapitän Matthias Örüm wach geküssten FC Frauenweiler. Der Gast ging durch Imran Hakiki in Führung (41.), die Hausherren drehten durch Nico Schotzko (61.), Jannik Hinz (62.) und Finn Söhner (81.) das Spiel, aber Frauenweiler zeigte Moral und glich durch Lukas Can (86.) und einen von Georgios Tsakas verwandelten Strafstoß (90.+3) aus.

Während Rittmeier, der seit kurzem in der fußballbegeisterten Volksbank Neckartal tätig ist, an die große Dilsberger Zeit, den Aufstieg in die Landesliga 2016 mit Jens Großmann, anknüpfen will, ist der Trainer zurückhaltender. "So weit sind wir noch nicht", meint Daniel Weitzell. "Mister Dilsberg" verweist auf die 0:6-Niederlage in einem Testspiel im Winter gegen den Landeslisten ASC Neuenheim. Der Schritt muss wohl überlegt sein. Die Spielgemeinschaft mit dem FC Bammental funktioniert hervorragend, letztendlich werden wohl die Spieler darüber entscheiden.

Für Sportvorstand Christian Erhart ist das Spiel seines VfB Rauenberg beim Heidelberger SC Charaktertest und Standort-Bestimmung. Der HSC auf Rang fünf erzielte in den ersten drei Spielen des Jahres 16 Tore, der Tabellenzweite Rauenberg in vier Spielen gerade mal drei, hat aber mit Siake Berete (18 Tore) und Moritz Höffner (12) zwei Angreifer, bei denen irgendwann der Knoten platzen wird.

Vor den Wochen der Wahrheit steht der ASC Neuenheim II. "Wir müssen am Sonntag in Waldhilsbach und danach gegen den FC Rot und in Frauenweiler gewinnen, um noch eine Chance zu haben", weiß Trainer Danay Andemeskel. Auch die Gastgeber stehen unter Zugzwang. Der Aufsteiger startete mit drei Niederlagen und 13 Gegentoren ins neue Jahr. Die 1:7-Klatsche auf dem Dilsberg blieb Jan Gärtner erspart. Der Trainer war krank. Dafür saß ein alter Bekannter auf der Bank. Tausend-Tore-Mann Björn Lipschitz hätte bei einem knapperen Ergebnis wohl sein Comeback gefeiert. Timo Fischer will den 42-jährigen Neckarsteinacher runter vom Golfplatz und wieder rauf auf den Fußballplatz holen. Der künftige Cheftrainer beim Landesligisten SG-SV Lobbach sagt: "Ich habe Lippe gebeten, wieder ins Training zu kommen."

Sonntag, 15 Uhr: Eberbacher SC - SpVgg Baiertal, SpG Waldhilsbach I/Lobbach II - ASC Neuenheim II, FC Rot - SpG Dilsberg I/Bammental II, SG Dielheim - SG Heidelberg-Kirchheim II, TB Rohrbach - 1. FC Mühlhausen II, VfB Leimen - FC Frauenweiler; 15.30 Uhr: FT Kirchheim - SG Horrenberg, Heidelberger SC - VfB Rauenberg.

RNZ vom 20.03.2026, Seite 23