Saison 2025/26
Heidelberg Kreisliga
Vorbericht zum 2. SpieltagRNZ-Vorschau
Das Duell der Tor-Giganten
Der FC Rot und der 1. FC Mühlhausen II trafen beim Kreisliga-Auftakt 15 Mal, doch die Trainer verlassen nicht die Deckung
Von Wolfgang Brück
Heidelberg. RasenBallsport Heidelberg, der Verein mit dem ambitionierten Namen, wähnte sich im siebten Fußball-Himmel. In der ersten Runde des Kreispokals kickte man mal eben den Kreisligisten FC Frauenweiler mit 6:2 aus dem Wettbewerb. In der zweiten Runde gab es mit einer 1:7-Pleite gegen den Heidelberger SC ein böses Erwachen.
Mit einem 11:0-Sieg startete der FC Rot am Sonntag fulminant in die neue Saison der Fußball-Kreisliga. Gegner war der FC Frauenweiler. Deshalb trauen die Kanoniere dem Braten noch nicht so recht. "Elf Tore müssen auch gegen Frauenweiler geschossen werden", sagt Trainer Matthias Jung, "doch ein Gradmesser wird am Donnerstag das Spiel gegen den 1. FC Mühlhausen II sein."
Es ist ein Spitzenspiel, soweit dieser Begriff am zweiten Spieltag erlaubt ist. Der Mühlhäuser 4:0-Erfolg im Aufsteiger-Duell gegen die SpG Waldhilsbach I/Lobbach II war ein Fingerzeig. Die Verbandsliga-Reserve machte da weiter, wo sie in der vergangenen Runde aufhörte. Dank einer starken Rückrunde wurde Mühlhausen II Meister der Kreisklasse A.
Steffen Schneider tut sein Mögliches, die junge Mannschaft nicht mit der Bürde des "Geheimfavoriten" zu belasten. "Wir sind Aufsteiger", sagt der Trainer, "und Aufsteiger sollten das Ziel haben, die Klasse zu halten." Das dürfte problemlos gelingen. Mit Till Kretschmer, Moritz Rödter und Artjom Titov brachten Spieler aus dem Nachwuchsbereich Schwung mit.
Etwas Spielglück, gibt Schneider zu, habe man auch gehabt gegen Waldhilsbach/Lobbach. Beim Stande von 0:1 wäre dem starken Mit-Aufsteiger beinahe ein "Tor des Jahres" geklungen. Jannik Thome, der mal in Mühlhausen war und dort noch viele Kumpel hat, sah, dass der Mühlhäuser Torwart Nils Fehringer weit vor seinem Kasten stand und hielt von der Mittellinie aus drauf. Der Ball sprang kurz vor der Torlinie auf und prallte von der Latte zurück.
Beim ersten Tabellenführer feierte derweil Adrit Bajrami einen Einstand nach Maß. Der 19-jährige Neuzugang aus der Ringer-Hochburg Reilingen steuerte fünf Tore zum 11:0-Sieg des FC Rot gegen Frauenweiler bei.
Für die Beförderung aus der Reserve bedankte sich der erst 20 Jahre alte Jeremiah Kupanga mit einer starken Leistung und einem Assist. Wenn es so weiter geht, muss Manuel Sailer diesmal nicht aus der Rente geholt werden. Im letzten Liga-Endspurt war der 34-jährige Torjäger mit vier Treffern und fünf Assists maßgeblich am Happy End beteiligt.
Damals ging es gegen den Abstieg, der geglückte Start und die Erfolge im Pokal, wo man das Viertelfinale erreicht hat, geben Hoffnung, dass es für den Meister der Saison 22/23 wieder in die andere Richtung geht.
Trainer Matthias Jung hätte nichts dagegen, wenn das noch eine Weile geheim bleibt. In der Kreisliga wird jeweils dreimal am Donnerstag und Freitag gespielt Am Mittwoch jagt die A-Klasse den TSV Gauangelloch. Die Jungs der Trainer Diego Caramia und Mirco Müller gewannen das Eröffnungsspiel gegen Rockenau durch Tore von Silas Ortlieb (43. ,84.) mit 2:0 und genießen mindestens bis Mittwochabend Höhenluft.
RNZ vom 20.08.2025, SeiteRNZ-Vorschau
Rohrbach wehrt sich: "Werden oft provoziert"
Turnerbund hat gute Kicker, aber sie sind leicht erregbar - Bianca Flock sagt: Ein schlechter Ruf ist schwer zu korrigieren
Von Wolfgang Brück
Heidelberg.
Thomas Krönig tut es ein bisschen leid. "Der Turnerbund Rohrbach hat ein paar richtig gute Kicker. Aber wenn die Spieler ihre Emotionen nicht in den Griff kriegen, können sie ehrgeizigere Ziele vergessen", sagt der Sportliche Leiter der SG Dielheim. Bei der 1:2-Niederlage am Sonntag sahen die Rohrbacher neun Gelbe Karten, zweimal zückte der Schiedsrichter Gelb-Rot.Bereits in der vergangenen Runde gab es Probleme. Der Kreisligist bekam sechs Punkte abgezogen und musste 1000 Euro Strafe zahlen, weil er gegen Bewährungsauflagen verstieß. Rohrbach rutschte auf den neunten Rang ab. In den Fairness-Tabellen belegten sowohl die erste als auch die zweite Mannschaft den unrühmlichen letzten Platz.
Damals ergriff die Ehrenvorsitzende Bianca Flock das Wort. Es macht Sinn, was die Museums-Pädagogin sagt. Wenn man erst mal einen schlechten Ruf hat, ist es schwer, ihn wieder los zu werden. Die einen vermuten von vorneherein Schlechtes, die anderen fühlen sich zu Unrecht verfolgt.
"Es ist auch schon vorgekommen, dass Gegner bewusst provoziert haben, weil sie wussten, dass unsere Spieler leicht zu provozieren sind", argumentiert Flock. "Da fielen schon mal Begriffe wie 'Kanaken'", klagten die Ehrenvorsitzende und Trainer Sonay Albay in einem Interview in der Rhein-Neckar-Zeitung. Unzweifelhaft leistet der Turnerbund Rohrbach, in dem Fußballer aus einem Dutzend Ländern ihrem Sport nachgehen, einen großen Beitrag zur Integration.
"Wir wollen nicht nur die Schuld bei anderen suchen", stellt die engagierte Bianca Flock klar. Ein Anti-Aggressions-Training sei erfolgreich gewesen. Der neue Co-Trainer Shkelqim Veseli, der aus Neckargemünd kam und am Sonntag den urlaubenden Chef Sonay Albay vertrat, habe alles getan, dass aus Eifer nicht Übereifer wurde.
Das klappte lange gut. Außenseiter Rohrbach ging durch Karem Altiparmak in Führung, doch als Dielheim durch David Baust das 1:1 gelang, waren die guten Vorsätze vergessen. In der letzten halben Stunde wurde es bunt.
Nach dem Auftaktsieg hat die SG Dielheim die Chance, sich oben festzusetzen. Auch wenn Thomas Krönig vor dem Spiel am Freitagabend in Frauenweiler vor überzogenen Erwartungen warnt. Die Gastgeber, bei denen 17 Spieler vor der Runde und Trainer Frank Schüssler nach der 2:6-Pokal-Blamage gegen RB Heidelberg aus der C-Klasse hinwarfen, verloren 0:11 (!) gegen den FC Rot. Die Vorsitzende Martina Klein kündigte Verstärkungen an, bei Dielheim sind die Urlauber Luca Ritz, Morten Menges und Moritz Bartenbach wieder dabei. Auch Trainer Volkan Cetinkaya ist gut erholt zurück aus der Türkei.
Erfolgreich war der Start der SG Horrenberg. Nach dem 4:0 gegen Baiertal gibt es am Freitagabend gegen den VfB Rauenberg das nächste Derby. Christian Heid vom Spielausschuss hofft auf 200 bis 300 Zuschauer gegen einen Mannschaft, die mit dem 2:1-Auftaktsieg in Leimen ihren Sportvorstand Christian Erhart ("Streichen Sie uns aus dem Kreis der Aufstiegs-Anwärter") Lügen strafte.
Außerdem im Blickpunkt: Das Heidelberger Derby zwischen dem ASC Neuenheim II und dem Heidelberger SC, das um 20 Uhr auf dem Fußball Campus angepfiffen wird.
Donnerstag, 19.30 Uhr: SpVgg Baiertal - FT Kirchheim, 1. FC Mühlhausen II - FC Rot, TB Rohrbach - VfB Leimen; Freitag, 19.30 Uhr: FC Frauenweiler - SG Dielheim, SG Horrenberg - VfB Rauenberg; 20 Uhr: ASC Neuenheim II - Heidelberger SC.