Saison 2025/26
Heidelberg Kreisliga
Vorbericht zum 13. Spieltag

RNZ-Vorschau

Gibt es erstmals ein Leimener Derby?

VfB und Aramäer stürmen Richtung Aufstieg, doch Walter Stamm verrät, wer der wahre Rivale ist - Matthias Örüms Hilferuf

Von Wolfgang Brück

Heidelberg. Walter Stamm war beeindruckt. "Die haben eine starke Mannschaft und mit Rafael Can einen herausragenden Mittelstürmer", sagte der Vorsitzende des VfB Leimen nach dem 4:1-Sieg der Aramäer Leimen im Spitzenspiel gegen den FC Germania Meckesheim-Mönchzell. Auch Yavuz Aktas zieht den Hut. "Robust, spielstark und diszipliniert", urteilt der Trainer von A-Klassen-Tabellenführer VfB Wiesloch über den Titel-Konkurrenten.

Alles spricht dafür, dass die Nachfahren von Jesus Christus in der nächsten Saison die Kreisliga bereichern werden. Auch der Weg ins Guinnessbuch der Rekorde ist nicht weit. Trainer Waldemar Osnovin, einer von mehreren ehemaligen VfBlern, hätte die Möglichkeit eine Mannschaft aufzustellen, in der alle den Namen Can haben. Zwölf im Kader heißen Can.

Vom großen Nachbarn hängt es ab, ob es in der kommenden Runde erstmals in der Leimener Fußball-Geschichte zu einem Derby um Punkte kommt. Bislang standen sich VfB und Aramäer nur im Pokal gegenüber. Zum letzten Mal, Anfang August, gewann der Kreisligist das Zweitrunden-Spiel mit 5:1.

Es läuft gut bei den Jungs von Manuel Wengert und Martin Rau. In den letzten fünf Spielen ballerten sich die Leimener mit der beeindruckenden Tordifferenz von 28:1 auf den zweiten Rang. Auch wenn Felix Dipper, der beim ZDF-Torwandschießen Rudi Völler besiegte und Jahresgewinner wurde, erst in zwei Wochen zurückerwartet wird, in den Spielen am kommenden Mittwoch gegen den FC Rot und am darauf folgenden Sonntag in Baiertal kann sich der Tabellenzweite nur selbst schlagen und durch den erneut verpassten Aufstieg das Derby ermöglichen.

An diesem Wochenende schaut Leimen zu. Die SG Dielheim, die von ihren letzten vier Pflichtspielen nur eines gewann, muss sich vorsehen, um nicht auch auf dem Dilsberg abzustürzen.

"Wir gehen von einem Dreikampf mit Dielheim und Rauenberg aus", glaubt Walter Stamm und fügt mit einem Augenzwinkern hinzu: "Falls wir wieder nur Zweiter werden, steigen die Aussichten auf das Derby." Denn: Viermal scheiterte der VfB Leimen als Zweiter, in der Relegation. Ein trauriger Rekord.

Neidisch schaut Martin Rau auf die A-Klasse. "Bei drei Aufsteigern wären wir seit 20 Jahren in der Landesliga", sagt der Co-Trainer, der selbst noch mit kickt und als Sportlicher Leiter für die gute Kader-Zusammenstellung verantwortlich war.

Noch ist das Lokal-Duell kein großes Thema. "Wir haben ein gut nachbarschaftliches Verhältnis", stellt Walter Stamm fest, "wenn wir vom Derby reden, dann denken wir an den FV Nußloch."

Vor dem A-Klassen-Spitzenspiel gegen den VfB Wiesloch büßte der FC Germania Meckesheim-Mönchzell am Mittwochabend mit dem 1:1 in Rockenau zwei Punkte ein. Vom Quartett der Sprinter ist zwar Mirko Benz wieder dabei, Marvin Weber fehlt aber weiter. Er macht Urlaub in Mexiko. Vielleicht schaut er sich bei Speedy Gonzales was ab. Trainer Matthias Vogt rechnet Sonntag mit bis zu 300 Zuschauern.

Beim Tabellenführer fehlen der zehnmalige Torschütze Akif Saip und Verteidiger Robin Fischer. Saip hat sich am Sprunggelenk verletzt und kann erst im neuen Jahr wieder spielen. Fischer ist am Sonntag als Rettungs-Sanitäter unterwegs. Trainer Yavuz Aktas ist trotzdem selbstbewusst: "Wir wollen gewinnen."

Ein Hilferuf kommt aus Frauenweiler. Matthias Örüm bittet "gute Spieler", sich unter der Mailadresse matthias.oeruem@gmail.com zu melden. Seit dieser Woche ist der renommierte Ex-Profi offiziell Trainer beim Schlusslicht.

Mit Sportchef Günter Gellert will er die Schießbude schließen und das "Unmögliche möglich zu machen". Mindestens fünf Neue sollen in der Winterpause kommen, es gibt konkrete Kontakte zu Spielern aus höheren Ligen. Gellert sagt: "Noch vier Punkte bis zur Winterpause wären gut." Örüm meint: "Auch bei acht Punkte Rückstand ist noch was drin."

Freitag, 19.30 Uhr: SpG Dilsberg/Bammental II - VfB Rauenberg, FC Frauenweiler - Heidelberger SC, SG Dielheim - SpG Waldhilsbach/Dilsberg II; 20 Uhr: ASC Neuenheim II - SpVgg Baiertal.

RNZ vom 31.10.2025, Seite 27

Heidelberg. (wob) Sechs Spiele, sechs Siege und ein Torverhältnis von 30:2 – der VfB Leimen ist die Mannschaft der Stunde im Heidelberger Kreisfußball. Mit dem siebten Streich, einem Heimsieg am Mittwoch gegen den FC Rot, können die Jungs von Manuel Wengert den Gipfelsturm krönen und den VfB Rauenberg an der Tabellenspitze der Kreisliga ablösen. Auch im zweiten Spiel ist ein Platztausch möglich, dazu muss der wackere Aufsteiger Mühlhausen II sein Heimspiel gegen die vom Fußball-Professor Heiko Rosenfelder trainierten Freien Turner Kirchheim gewinnen.

Mittwoch, 19.30 Uhr: VfB 1914 Leimen - FC Rot, 1. FC Mühlhausen II - FT Kirchheim.

RNZ vom 04.11.2025, Seite 26